Ausweisung des Naturschutzgebietes Pegnitztal-Ost

Aufbauend auf den Ergebnissen der in Nürnberg, im Zusammenwirken mit dem staatlichen Landesamt für Umwelt, durchgeführten Biotopkartierung hat der Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt, die Ausweisung des Pegnitztals Ost als Naturschutzgebiet zu prüfen.

Im Vorfeld eines formalen Verfahrens zur Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet informieren das Umweltreferat und seine Naturschutzfachleute seit Januar 2015 über Hintergründe und Zielsetzungen eines solchen Schrittes. Dabei geht es insbesondere auch um eine Abstimmung der Belange von Naturschutz und Naherholung.

Angesichts einer zunehmenden Inanspruchnahme des Gebietes und negativer Veränderungen im östlichen Pegnitztal (Zunahme von Trampelpfaden, schleichende Veränderungen im Tier- und Pflanzenbestand mit der Folge einer schwindenden Biodiversität) ist mehr Schutz nöitg.

Um die ökologische Qualität des Gebietes zu halten, müssen die Wiesen dieser Kulturlandschaft dauerhaft bewirtschaftet werden. Konkret bedeutet dies eine meist zweifache Mahd oder eine regelmäßige Beweidung. Seit Jahrzehnten ist der Schäfer dort unterwegs und soll es auch weiterhin bleiben.

Zwar dürfen bereits jetzt die landwirtschaftlichen Nutzflächen während der Aufwuchszeit gemäß Art. 30 des bayerischen Naturschutzgesetzes nicht betreten werden. Aber daran halten sich viele nicht und das vorhandene rechtliche Instrumentarium dem entgegenzuwirken ist ein stumpfes Schwert.

Wichtig ist nun die Entwicklung eines intelligenten Wege- und Zonenkonzeptes, das Naturschutz und Naherholung vereint. Ergänzend bietet der Status „Naturschutzgebiet“ zudem das Instrumentarium, die landschaftserhaltende Nutzung notfalls

mit Bußgeld vor Verstößen zu schützen. Aber auch im Naturschutzgebiet Pegnitztal-Ost wird es möglich sein, auf Bäume zu klettern, genauso wie Rodeln, Baden, Schlittschuh laufen, Drachen steigen lassen, Picknicken, Federball spielen, Bärlauch und Pilze sammeln und vieles mehr.

Regelungsbedarf besteht hinsichtlich des Umgangs mit Hunden: die geplante Verordnung bietet die Möglichkeit, durch einen Leinenzwang in sensiblen Jahreszeiten und der Pflicht zum Wegräumen von Hundekot, Beeinträchtigungen zu reduzieren.

Natürlich ist damit eine gewisse Einschränkung für manche Hundehalter und Hunde verbunden. Allerdings sollen auch zwei Hunde-Auslaufzonen mit jeweils einer Fläche über 1 ha ausgewiesen werden.

Die Stadt will die Entscheidungsfindung über die Unterschutzstellung auf einer sachlichen und konstruktiven Ebene weiter voran bringen – zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Dazu finden aktuell Gespräche mit den unmittelbar Betroffenen (den örtlichen Bürgervereinen, Vereinen und Verbänden, Grundbesitzern, Hundefachleuten,

etc.) statt. Bis Sommer 2016 sollen dazu ein Resümee gezogen, die vorgelegten Planungen und der Verordnungs-Entwurf überarbeitet werden. Angestrebt ist dann bis Ende des Jahres 2016 die förmliche Einleitung des Unterschutzstellungsverfahrens zur Beschlussfassung in den Stadtrat einzubringen.

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