Bodenschutzbericht vorgestellt

Das Jahr 2015 war das Jahr des Bodens. Ein Umweltthema, das leider in der öffentlichen Debatte ziemlich unterbelichtet ist, sind doch gesunde Böden die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Deshalb hatte ich schon im Dezember 2014 einen Antrag zum Bodenschutz in Nürnberg für den Umweltausschuss gestellt. Jetzt hat das Umweltreferat einen neuen Bodenschutzbericht vorgestellt (http://go.nuernberg.de/393a8601).

Unser Flächenverbrauch ist in der wachsenden Stadt Nürnberg natürlich ein heißes Thema. Dabei steht die Funktion des Bodens als Baugrund im Fokus. Die gute Nachricht: Die Stadt kann den Bedarf an Bauflächen wohl mehrheitlich mit Innenentwicklung und Flächenrecycling abbilden. Aktuelle Bespiele für eine solche Projekte sind zum Beispiel die Verwandlung des Tucher-Areals in Wohnungen oder der für den ehemaligen Quelle-Parkplatz geplante Stadtteilpark in Eberhardshof.

Leider blieb die Debatte im Umweltausschuss aber wenig ambitioniert in puncto konkrete Zielvorgaben und Maßnahmen zum Bodenschutz.

Erstens blieb die Frage offen, welche langfristigen Ziele sich die Stadt Nürnberg beim Flächenverbrauch setzen will  – aus grüner Sicht muss das natürlich eine Netto-Null sein – und wie der Übergang in eine Flächenkreislaufwirtschaft gestaltet sein soll. Für letzteres bräuchte es konkrete Flächenverbrauchsziele für die nächsten Jahre. Nach dem Bodenschutzbericht wären 12 Hektar pro Jahr zum Beispiel eine sinnvolle Zielmarke.

Zweitens gibt es zu wenig Konzepte zur Sicherung der Qualität der Böden. Wir müssen stärker Ziele der Qualitätsentwicklung unserer Böden  nach ökologischer Funktion festlegen und Maßnahmen daraus ableiten. Andere Städte haben sich beispielsweise  Ziele zu Entsiegelungs- Qualitätsverbesserungsquoten gesteckt.

 

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