Städtische Freiflächen jetzt komplett ohne Glyphosat

Aktuell wird viel über die erneute Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat in Europa diskutiert. Dabei geht es sowohl darum, ob der Stoff für Menschen gesundheitsgefährdend ist, als auch um die Bedrohung der Artenvielfalt durch seinen großflächigen Einsatz. Denn Pestizide sind einer der Hauptgründe für den rapiden Verlust der biologischen Vielfalt. Wir haben deshalb beantragt, dass zum Einsatz von Glyphosat in Nürnberg im Umweltausschuss berichtet wird.

Dass es auch ohne Gift geht, ist seit langem die Position unseres Umweltreferates: seit mehr als 20 Jahren wird in der Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet.

Die städtische Rechtslage im Detail: Grundsätzlich besteht ein Einsatzverbot für die städtischen Grünflächen. Dies betrifft auch die vom Sport-Service und der Schulverwaltung verwalteten Flächen sowie die im Stadtverband der Kleingärtner geführten Kleingartendaueranlagen. In den landwirtschaftlichen Pachtverträgen für städtische Flächen sind jedoch leider keine ausdrücklichen Verbote von Glyphosateinsatz enthalten.

Unsere Anfrage hat zu Tage gefördert, dass noch auf einigen Sportflächen und sowie ausgerechnet in den Schulen Glyphosat zum Einsatz kam. Diese Praxis wird nun abgestellt.

Auf Privatgrundstücken ist die Lage unübersichtlicher. Als Indikator für den Umfang des Einsatzes von Glyphosat auf privaten Flächen kann man die im Kläranlagen-Ablauf gemessenen Konzentrationen und die daraus rechnerisch ermittelten Glyphosat-Frachten heranziehen: ca. 30 g/d Glyphosat, so die auf einer schmalen Datenbasis beruhende Schätzgröße. Es steht aber zu vermuten, dass gerade Privatleute im eigenen Garten Glyphsat oft einsetzen und auch sehr hoch dosieren.

In der Pegnitz lagen bisher alle Messwerte unter der aktuellen Bestimmungsgrenze von 0,03 μg/l, was daran liegt, dass es so gut wie keine intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen in Flussnähe gibt. Das Nürnberger Trinkwasser ist übrigens auch nicht belastet, denn es stammt aus Gebieten in denen ebenfalls keine intensive Landwirtschaft betrieben wird.

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